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Pestizide ist ein Sammelbegriff für chemische Substanzen und Produkte, die für die Bekämpfung uns unerwünschter Pflanzen und Tiere eingesetzt werden. Je nach Anwendungsbereich haben diese Produkte verschiedene Namen:
- Herbizide gegen Pflanzen, die als Unkraut angesehen werden - Insektizide gegen Insekten (Schädlinge an Nutzpflanzen, Ameisen, Fliegen,..) - Fungizide gegen Pilzbefall an Nutzpflanzen, als Schutz gegen Schimmel - Bakterizide gegen Bakterien in Antibiotika und Desinfektionsmitteln - Rodentizide gegen Ratten und Mäuse - u.s.w.
Meistens bestehen diese Produkte aus einer aktiven Substanz, dem eigentlichen Pestizid sowie aus Zusatzstoffen zur Formgebung oder Effizienzsteigerung. Die aktive Substanz variiert je nach Anwendungsbereich.
Die ersten Pestizide waren abgewandelte Nervengifte oder militärische Kampfstoffe, was die davon ausgehende Gefahr verdeutlicht.
Wer benutzt Pestizide? Haushalte: Man geht davon aus, dass in den Industrieländern in 82-90% der Haushalte mindestens 3 Pestizide zum Einsatz kommen: hauptsächlich im Haushalt in Form von Insektiziden und im Gartenbau. Staat und Gemeinden: Hier werden Pestizide zur Pflege öffentlicher Flächen eingesetzt, insbesondere an Straßenrändern, Bahngleisen und auf Friedhöfen. Landwirtschaft: Ein bedeutender Teil der angewandten Pestizide wird zur Produktion unserer Nahrung ausgebracht.
Wie viele Pestizide gibt es? Man schätzt, dass aktuell in Europa über 600 erlaubte aktive Substanzen bei der Herstellung von Pestiziden zum Einsatz kommen. Durch die großen Kombinationsmöglichkeiten zwischen den aktiven Stoffen und den Zusatzstoffen ergeben sich etwa 2.500 Produkte für den europäischen Markt. Alleine für den nicht landwirtschaftlichen Einsatz gibt es ca. 500 Produkte (INRA). 2010 waren in Luxemburg 445 Pflanzenschutzmittel zugelassen. In Europa werden jährlich 400 Millionen Tonnen chemische Substanzen hergestellt, darunter auch 300.000 Tonnen Pestizide, die pro Jahr in Europa verwendet werden.
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