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Gefahren für die Gesundheit

Vers le niveau supérieur

Akute Vergiftungen
Der direkte Kontakt mit Pestiziden, z.B. bei deren Anwendung ohne die jeweils angemessene Schutzkleidung, kann zu einer akuten Vergiftung führen. Diese zeigt sich je nach Stärke der Vergiftung durch Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Hautirritation, Erstickungsgefühl usw. In den 1990er Jahren schätzte die WHO die jährliche Anzahl von akuten Pestizidvergiftungen auf 3,5 - 5 Millionen weltweit, wobei viele Vergiftungen durch Pestizide gar nicht als solche erkannt werden. Andere Autoren (Jeyaratnam, 1990) gehen deshalb von 25 Millionen Vergiftungen pro Jahr aus. Jährlich enden über 200.000 Vergiftungsfälle tödlich.


Chronische Auswirkungen
Eine dauerhafte, wenn auch sehr geringe Belastung durch Pestizide, kann zu chronischen Beschwerden und Erkrankungen führen. Die Pestizide sammeln sich im Körper an und sind bereits bei geringen Konzentrationen biologisch aktiv, d.h. sie können sich direkt auf Organe, Hormonhaushalt, Zellentwicklung, Nervensystem und Fruchtbarkeit auswirken. Studien haben Pestizide im Urin, im Fettgewebe, in Organen oder auch in der Muttermilch nachgewiesen. In Belgien haben Krebsforscher statistisch errechnet, dass 5,6% der untersuchten Krebsfälle auf Pestizide zurückzuführen sind.
Da der Mensch sich am oberen Ende der Nahrungskette befindet, ist er besonders durch die chronische Pestizidbelastung betroffen.

Wie kommen Pestizide in unseren Körper?

Pestizide gelangen nicht nur über die Nahrung in den Körper sondern auch über die Haut und über die Atemwege. Bei direktem Kontakt können die Stoffe über die Haut, über die Schleimhäute und Augen aufgenommen werden. Werden Pestizide zerstäubt, wie z.B. bei Sprays, werden sie eingeatmet.

Wir essen jeden Tag Produkte die mit Pestiziden behandelt wurden (Obst, Gemüse) oder belastet sind (Milch, Fleisch,…). Dank groß angelegter Analysen (EFSA, 2007) weiß man heute, dass in Europa 50% der Früchte und 27% der Getreide Pestizide oder Rückstände von Pestiziden enthalten. Bei fast 5% der Früchte und Gemüse überschreitet der Pestizidgehalt den gesetzlichen Grenzwert. 354 verschiedene Pestizidrückstände wurden im Obst und im Gemüse festgestellt. Bei Getreide sind es 74. Bei einem Viertel der getesteten Obst-, Gemüse- und Getreidesorten wurden gleich mehrere Pestizidrückstände gefunden. So wurden 2007 auch in Luxemburg 33 unterschiedliche Pestizide in Lebensmitteln entdeckt.



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