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Gefährliche Pflanzenschutzmittel in Luxemburg?

Vers le niveau supérieur

Die Einschätzung der Gefährlichkeit von Pflanzenschutzmitteln und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder die Umwelt sind entscheidende Kriterien für die Zulassung von Mitteln.
Nicht selten stellt sich dabei heraus, dass Mittel die anfänglich als wenig gefährlich eingestuft wurden, später aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt dann doch vom Markt genommen wurden.
Um sowohl öffentlichen Institutionen, wie auch Anwendern eine möglichst umfangreiche Darstellung der Gefährlichkeit einzelner Substanzen zu vermitteln, haben Organisationen wie Greenpeace oder PAN (Pesticide Action Network International) umfangreiche Publikationen veröffentlicht in denen zahllose human- und umwelttoxikologische Studien ausgewertet wurden. Veröffentlicht sind die Ergebnisse einerseits in der Schwarzen Liste der Pestizide II (Greenpeace, Februar 2010) sowie in der Liste Hochgefährlicher Pestizide (PAN).

Im Rahmen der Kampagne ‚... ohne Pestizide’ wurden die, in Luxemburg zugelassenen Mittel für Nicht-Kulturland (Grünflächen und Verkehrsflächen) mit den beiden von Greenpeace und PAN veröffentlichten Listen verglichen. Ergänzt wurde die Mittelliste um Produkt, die zur Unkrautbeseitigung auf Rasenflächen eingesetzt werden, da sie regelmäßig im Privatgarten zum Einsatz kommen.

Die derzeit etwa 440 in Luxemburg zugelassenen Pflanzenschutzmittel enthalten etwa 220 Wirkstoffe, von denen rund 60% auf den Listen von Greenpeace oder PAN aufgeführt sind.

Für den Einsatz auf Nicht-Kulturland und zur Unkrautbekämpfung auf Rasen sind 74 Handelsprodukte zugelassen, von denen die Hälfte (50%) Wirkstoffe enthält, die auf den Listen von Greenpeace oder PAN fungieren (siehe Tabelle).

Rund die Hälfte der in Luxemburg zugelassenen Mittel enthalten Wirkstoffe, die aufgrund ihrer human- und umwelttoxikologischen Einstufung auf der Schwarzen Liste stehen oder als hochgefährliche Pestizide eingestuft werden.  Die Kampagne ‚... ohne Pestizide’ fordert deshalb, auf den Einsatz dieser Mittel zu verzichten.
Längerfristiges Ziel bleibt es aber, vollständig auf den Einsatz von Pestiziden in der kommunalen Pflege öffentlicher Freiräume und in den privaten Haushalten zu verzichten.

Weitere Infos:
Liste der in Luxemburg zugelassenen Pflanzenschutzmittel (ASTA) Service de la Protection des Végétaux 
Die schwarze Liste der Pestizide II. Greenpeace Februar 2010
PAN International List of Highly Hazardous Pesticides Januar 2011



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