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Die Methode des IFL

Vers le niveau supérieur

Methode des Luxemburger Landeswaldinventars

Inventarverfahren

Die naturräumlichen Bedingungen sowie die Zielsetzungen dieses ersten Luxemburger Landeswaldinventars waren entscheidend für die Wahl des Stichprobenverfahrens, des Stichprobenanteils sowie der aufzunehmenden Variablen und deren Aufnahmeverfahren, sowie der Entscheidung, permanente Stichprobenflächen einzurichten. Die wichtigsten Merkmale dieses permanenten Waldinventars in Luxemburg sind in folgender Tabelle aufgeführt.

Merkmale des Inventars

Beschreibung

Inventurverfahren

Landeswaldinventar mit permanent eingerichteten Stichprobeflächen

Ausdehnung

Landesweites Inventar

Zielobjekt

Waldflächen gemäss TBFRA- 2000(1) – Definition, sowohl öffentliche als auch private Wälder. „Nicht“-Waldflächen werden lediglich identifiziert und kurz beschrieben.

Stichprobenverfahren

Einfaches, systematisches, einphasiges Stichprobenverfahren, bei dem die Probepunkte nach dem Muster eines Gitternetzes (Maschenweite von 1 000 m * 500 m, Ausrichtung West-Ost) angeordnet sind.

Jeder Probepunkt ist somit repräsentativ für eine Teilfläche von 50 ha.

Stichprobenfläche

Ausgehend von den einzelnen Knoten des Gitternetzes werden jeweils drei konzentrische Kreise mit Radien von 4,5; 9 und 18 m festgelegt, innerhalb derer unterschiedliche Aufnahmen stattfinden

Stichprobenanteil

Der Anteil der Stichprobenflächen zur Gesamtwaldfläche beträgt 0,2%. Diese Zahl errechnet sich aus der Gesamtzahl der auf insgesamt 1 720 geschätzten forstlichen Probepunkte, multipliziert mit einer Aufnahmefläche von 10 Ar (größte Kreisfläche).

Dauer der Aufnahmen und Wiederholungs-Intervall

Aufnahmedauer 2 Jahre,

Intervall zwischen zwei Aufnahmen = 5 – 10 Jahre

Luftbildinterpretation

Die Auswertung und Interpretation von Luftbildern dient einer ersten Typologisierung der Aufnahmepunkte sowie der Vorbereitung der Geländearbeiten (Aufnahme der Informationen vor Ort).

Bei den Luftbildern handelt es sich um panchromatische Aufnahmen im Maßstab 1/20 000, aufgenommen im Mai 1994 von IGN-France im Auftrag der Kataster- und Topographieverwaltung (ACT) Luxemburgs.

(1) Temperate and Boreal Forest Resources Assessment 2000 (UN-ECE - FAO)

Das Landeswaldinventar beruht auf einem einfachen (nicht stratifizierten), systematischen und in einem Schritt durchgeführten (einphasigen) Stichprobenverfahren. Jeder Aufnahmepunkt (Probepunkt) ist nach dem Muster eines von Westen nach Osten (größte Länge) ausgerichteten Gitternetzes mit einer Maschenweite von 1 000 m * 500 m lokalisiert und spiegelt demnach eine Gesamtfläche von 50 Hektar wider. Die Gesamtzahl der Aufnahmepunkte für Luxemburg beträgt ca. 5 200. Die Erstaufnahme dauerte 2,5 Jahre (von Mai 1998 bis Dezember 2000), die Testphase mit einbegriffen. Eine Wiederholung der Aufnahmen (Folgeinventur auf den permanenten Probeflächen) dürfte innerhalb der nächsten 10 Jahre stattfinden.

Die Vorgehensweise zur Bestimmung der Inventarmethode berücksichtigt die Empfehlungen des TBFRA-2000 Dokumentes und ermöglicht es dementsprechend, die gewünschte Vollständigkeit der untersuchten Themenbereiche - Holzmesskunde, Biometrik, Bodenkunde, Phytosoziologie, Ökologie, usw. - zu erzielen. Es ist somit jetzt möglich, die Funktionen der Wälder hinsichtlich Holzerzeugung und Holzgewinnung, Boden- und Wasserschutz sowie Erholung im Detail zu erfassen und zu beschreiben. Dies geschieht im aktuellen Zusammenhang mit den zunehmend multifunktionalen Bewirtschaftungszielen. Das Landeswaldinventar ist gekennzeichnet durch seine „variable Geometrie“, d.h. die im Gelände erhobenen Informationen sind abhängig vom Typ des Probepunktes. Diese Flexibilität beruht auf dem Prinzip, dass die Anzahl wie auch die Genauigkeit der aufgenommen Informationen größer sind, je waldähnlicher der Typ des Aufnahmepunktes ist. Folgende Tabelle beschreibt die Typologie der Probepunkte und die Einrichtung der Probeflächen, wie sie für das Luxemburger Landeswaldinventar angewandt wurde.

Typologie des Probepunktes

Inventar-Objekt

Probeflächen-Typ

Nicht-Waldfläche

Sonstige Flächen

(*)

Waldfläche

Waldbedeckte Flächen

Wald

Konzentrische Probe-Kreisflächen (Holzmessungen, Biodiversität, usw.)

Satellitenflächen (Benachbarte Bestände, Verjüngung)

Transekt-Linien (Waldrand)

Sonstige Waldfläche

(*)

Hecken, Baumgruppen

(*)

Sonstige Flächen im Wald

(*)

(*) Die Aufnahmen dieser Probepunkte benötigen keine spezielle Einrichtung von Probeflächen

Aufgenommene Informationen und Daten: Die verschiedenen Merkmale, die beim Waldinventar aufgenommen werden, sind im Detail in einem technischen Handbuch beschrieben, welches dem Aufnahmeteam im Gelände zur Verfügung stand. Die erhobenen Informationen und Daten erstrecken sich auf vielfältige Themenbereiche: Holzmessungen an Probebäumen; waldbauliche Informationen; wirtschaftliche, ökologische sowie verwaltungstechnische Daten.

Es wird bei der Identifikation der Probepunkte grundsätzlich zwischen 2 Typen der Landnutzung unterschieden: Probepunkt außerhalb des Waldes (Nichtwaldpunkt) bzw. innerhalb des Waldes (Waldpunkt). Letztgenannte Probepunkte im Wald werden getrennt in 'Waldflächen' einerseits, sowie 'Sonstige Flächen im Wald' andererseits. Innerhalb der Kategorie 'Waldflächen' wird weiterhin unterschieden zwischen: „Wald“ (mit möglichen Varianten wie: Waldbestand, Waldweg, Kahlschlagfläche, Weiher, usw.), „Sonstige Waldflächen“ und „Feldgehölze“. Diese Typologie beruht auf den Definitionen des TBFRA-2000 Dokumentes.

Um den Eigenarten der luxemburgischen Wälder und der Situationen, die man hier antreffen kann, Rechnung zu tragen, wurden speziell angepasste Aufnahmeprotokolle und methodologische Verfahren entwickelt. So z. Bsp. für die Pionierwälder ehemaliger Tagebaugebiete, unzugängliche Dickungen, Waldbestände die aus nebeneinanderliegenden, schmalen Waldstreifen bestehen, usw. Spezifische Teile der Methode behandeln die Grenzbereiche zwischen benachbarten Beständen im Wald (Bestandesränder im Wald) sowie die Waldränder, welche von hohem biologischen Wert sind.

Diese Erstaufnahme im Wald hat zum Ziel, für die gesamte Landesfläche zuverlässige Daten über den Zustand des Luxemburger Waldes, seine nachhaltige Bewirtschaftung und seine Produktionsmöglichkeiten bereitzustellen.

Die meisten Daten werden vor Ort im Gelände erhoben, entweder innerhalb der konzentrischen Probeflächen, oder nach einem dem Typ des Probepunktes angepassten anderen Aufnahmeverfahren.

Dieses erste, landesweit durchgeführte Inventar ist also vornehmlich forstlich orientiert und sammelt Informationen zu den verschiedenen Typen und Strukturen der multifunktionell bewirtschafteten Wälder Luxemburgs. Berücksichtigung finden sowohl öffentliche als auch private Wälder.

Datenaufnahme

Die Inventartechnik beruht auf einer einphasigen Geländeerhebung an Probepunkten, die durch ein systematisch angelegtes Stichprobennetz festgelegt, und im voraus ein erstes Mal mit Hilfe der Luftbild-Interpretation identifiziert und klassifiziert wurden.

Die Überlagerung des Stichprobennetzes und der topographischen Karte im Maßstab 1:5 000 ermöglicht das Lokalisieren der Probepunkte in XY-Koordinaten im Gauss-Krüger-System Luxemburg. Die ersten Arbeiten werden im Büro ausgeführt und dienen vor allem einer gezielten Vorbereitung der Gelände-Arbeiten. Bei dieser ersten Etappe wird jeder Aufnahmepunkt in Wald oder Nicht-Wald eingestuft, seine räumliche Umgebung rundum das Probezentrum auf einer Fläche von 50 ha charakterisiert und verwaltungstechnische Daten erhoben.

Sobald diese Vorarbeiten im Büro abgeschlossen sind, sucht das Aufnahmeteam, bestehend aus einem Ingenieur, einem Techniker und einem Arbeiter, sämtliche Probepunkte auf, die als 'Wald' identifiziert wurden. Zur Kontrolle der „unbestimmten“ Probepunkte (deren aktuelle Natur im voraus nicht eindeutig bestimmt werden konnte, wie z.B.: Grenzfälle, ggfs. frisch bewaldete bzw. gerodete Flächen, usw.) werden diese ebenfalls angelaufen. Das Auffinden und lagegenaue Festlegen der Probepunkte im Gelände, theoretisch durch ihre XY-Koordinate definiert, erfolgt durch eine präzise, telemetrische Einmessung (Bussolenzug) mit Hilfe von Präzisionsinstrumenten (Fernrohrbussolen). Die endgültige Klassifizierung des Probepunktes erfolgt anschließend durch Beurteilung der aufgenommenen Daten bzgl. Natur der Bodenbedeckung und der Größenausdehnung des Aufnahmepunktes. Diese Klassifikation ist gleichzeitig ausschlaggebend für Datenmenge und –vielfalt, welche je nach Punkttyp zu erheben ist.

Damit ein Stichprobenpunkt, der in den Wald fällt, immer eindeutig einem bestimmten Bestand zugeordnet werden kann, um möglichst homogene und repräsentative Informationen zu bekommen, sieht die Methode vor, gegebenenfalls den Mittelpunkt des Stichprobepunktes nach festgelegten Regeln zu verschieben. In diesen Fällen werden nach einem speziell entwickelten Protokoll zusätzliche Aufnahmen an den Bestandesrändern bzw. am Waldrand vorgenommen, um eine detaillierte Beschreibung dieser Grenzbereiche und deren ökologischer Werteinschätzung (Biodiversität) vorzunehmen.

Der Mittelpunkt jeder Stichprobenfläche wird im Wald anhand eines kleinen Metallstabes markiert, welcher im Boden vergraben wird und das Wiederauffinden (mit Metalldetektor) bei einer Folgeinventur vereinfachen soll. Die Kreisflächen und die einzelnen Bäume der Probefläche werden nicht markiert. Somit verbleibt im Prinzip im aufgenommenen Bestand keine sichtbare Markierung, welche eventuell den Bewirtschafter bei seinen waldbaulichen Entscheidungen beeinflussen könnte und somit die normale Entwicklung des Waldes in irgendeiner Form fälschen könnte.

Fallbeispiel aus der Praxis: Stichprobenpunkt im Waldbestand

Nachdem die definitive Festlegung des Stichprobepunktes im Gelände vorgenommen wurde, eventuell auch durch eine Verschiebung des Mittelpunktes, muss das Aufnahmeteam vorerst die zwei räumlichen Haupt-Einheiten identifizieren: bestimmender Bestand und der (die) benachbarte(n) Bestand(ände).

Im bestimmenden Bestand werden die Kreisflächen mit den Probebäumen festgelegt. Diese Kreisflächen werden im Gelände so definiert, dass sie in keinem Punkt auf einen benachbarten, sich davon unterscheidenden Bestand übergreifen. Damit wird vermieden, dass die Merkmale des bestimmenden, möglichst homogenen Hauptbestandes durch die in den benachbarten Beständen auftretenden Änderungen oder Differenzen (Struktur, Bestandestyp, Alter, usw.) beeinflusst werden. In anderen Worten, der Mittelpunkt der Stichprobenfläche bestimmt den Bestand, in dem die ertragskundlichen Messungen durchgeführt werden, wobei alle anderen, differenzierten Bestände die ggfs. am Rande des Hauptbestandes vorkommen, als benachbarte Bestände bezeichnet werden. Falls diese in einem Bereich von 30 m Radius rundum den Mittelpunkt liegen, werden sie anhand einiger anderer Merkmale (Vegetation, Biodiversität, usw.) beschrieben.

Im Fall eines Probepunktes vom Typ „Bestand“ werden auf diese Weise vielfältige Informationen aufgenommen wie z. Bsp.: ertragskundliche Messungen der Probebäume, Daten betreffend Wilddruck, Jagdfunktion, Erholungsfunktion, sowie darüber hinaus: Daten zum Naturhaushalt, zur Biodiversität, zum Totholz, usw.

Folgende Graphikgibt einen Überblick zu den oben beschriebenen, sukzessiven Etappen der Vorgehensweise, ausgehend vom Gitternetz des luxemburgischen Stichprobeverfahrens, über die lagegenaue Festlegung der Stichprobenmittelpunkte im Gelände bis hin zur Bestimmung der jeweiligen Aufnahmeflächen und der darin zu erhebenden Daten.

metho1

Der bestimmende Bestand

Der erste Arbeitsschritt besteht in der Bestimmung der Bestandesnatur (Zusammensetzung, Struktur): in einem Kreis von 30 m Radius erfolgt eine visuelle Einschätzung der vorhandenen Baumarten und des Aufbaus (horizontale und vertikale Schichtigkeit, Altersstufung) des bestimmenden Bestandes durch das Aufnahmeteam.

Darüber hinaus werden im bestimmenden Bestand Informationen bzgl. waldbauliche Eingriffe, aktueller Zustand des Bestandes (Gleichaltrigkeit oder Ungleichaltrigkeit, Bestandesdichte, Vorkommen von Blößen, usw.), evtl. Anzeichen von Holznutzungs-Maßnahmen sowie jede Art von Schäden im Wald (inkl. Einschätzung der jeweiligen Intensität) aufgenommen. Auch die Verjüngung wird genau untersucht und beschrieben. Zusätzliche Informationen betreffen die Holzqualität, das Verjüngungsverfahren sowie vor Ort angetroffene Probleme durch die Holznutzung.

Aufnahmen an den Probebäumen

Die ertragskundlichen Aufnahmen werden ausschließlich an den Probebäumen in den konzentrischen Kreisflächen des bestimmenden Bestandes vorgenommen. Ziel dieser Messungen ist eine möglichst genaue quantitative und qualitative Beschreibung der Zusammensetzung und Struktur des bestimmenden Bestandes, wie auch eine Einschätzung des lebenden und toten Holzvorrates, aufgeteilt je nach Entwicklungsstadium der bestandesbildenden Bäume, und je nachdem sie zum Hochwald und/oder zum Niederwald gehören.

Die Stammdurchmesser der Probebäume werden mit Hilfe einer Forst-Kluppe in 1,3 m Baumhöhe (Brusthöhendurchmesser) gemessen. Das Mindestmass für die Aufnahme der lebenden Bäume wurde auf 7 cm Durchmesser in 1,3 m Höhe festgelegt (Hoch- und Niederwald). Dieser Wert gilt auch als Grenze zwischen der Verjüngung (< 7 cm Durchmesser) und dem angehenden Baumholz.

Stehendes Holz (inkl. Totholz) -

Die Aufnahmeflächen für die Messungen an den lebenden und toten Bäumen des Hoch- bzw. Niederwaldes bestehen aus 3 konzentrischen Kreisflächen um den Stichprobenmittelpunkt:

  • eine kleinere, zentrale Fläche von 4,5 m Radius in der im Niederwald sämtliche Bäume (Stockausschläge) jeden Durchmessers aufgemessen werden, im Hochwald dagegen nur solche mit Durchmessern zwischen 7 und 20 cm;
  • eine mittlere Fläche von 9 m Radius, in der alle Bäume des Hochwaldes mit Durchmesser zwischen 20 und 40 cm aufgenommen werden;
  • eine große Fläche von 18 m Radius, wo lediglich Bäume des Hochwaldes mit Durchmesser mit 40 cm und mehr aufgemessen werden.

Diese Probeflächen sind in dem Teil des Waldbestandes lokalisiert, welcher als bestimmender Bestand definiert wurde und auf seiner größten Teilfläche (18 m Radius) genügend homogene Verhältnisse aufzeigt.

Die folgende Graphik illustriert eine Basis-Probeflächeneinheit, zusammengesetzt aus den konzentrischen Kreisflächen, in denen im bestimmenden Bestand die Aufnahmen zu den stehenden, lebenden und toten Bäumen sowie ggfs. deren Verjüngung, erfolgen.

Folgende Merkmale der lebenden Bäume des Hochwaldes werden in dieser Probefläche erhoben: Baumart, soziale Stellung, genaue Lage eines jeden Baumes, Brusthöhen-Durchmesser (in 1,3 m), Gesamthöhe, Vorkommen von Wild- und Rückeschäden, kommerzielle Holzqualität des stehenden Holzes in Abhängigkeit der Art (Laub- oder Nadelholz) und der Dimensionen. Die erhobenen Informationen zum Niederwald umfassen die Anzahl der Stöcke und Stockausschläge pro Stock, sowie die Kernwüchse bei denen man lediglich die Baumart und den Durchmesser aufnimmt. In den meisten Fällen, ausgenommen im ungleichaltrigen Wald, wird die Information über das Alter der Bestände oder seiner Teilflächen vom Aufnahmeteam geschätzt.

metho3

Die visuelle Abschätzung der Baumartenzusammensetzung erfolgt besonders sorgfältig, indem man zwischen Pflanzen aus dem Niederwald bzw. dem Hochwald unterscheidet und die Baumarten je nach Bestandesschicht und Entwicklungsstadium einstuft. Ebenso wie für die lebenden Bäume interessiert man sich nach dem gleichen Prinzip (Kreisflächen, Selektionskriterien) für die noch stehenden, toten Bäume und notiert für jeden Totholzbaum seine lagegenaue Position (Azimut und Distanz) sowie den Durchmesser auf Brusthöhe (1,3 m).

Verjüngung -

Informationen zur Verjüngung werden systematisch in speziell eingerichteten Aufnahmeflächen erhoben. Dabei werden alle Pflanzen berücksichtigt, die größer sind als 0,3 m und deren Brusthöhen-Durchmesser kleiner als 7 cm ist. Die Aufnahmefläche ist kreuzförmig angelegt, wobei beide Achsen sich rechtwinklig im Stichprobemittelpunkt treffen und in die vier Himmelsrichtungen zeigen. An den vier Endpunkten werden Kreisflächen (Satelliten) von je 1 m Radius eingerichtet, eine fünfte Kreisfläche mit r = 2 m wird im Stichprobemittelpunkt installiert. Innerhalb dieser fünf Satelliten werden alle Individuen von Gehölzpflanzen gezählt, getrennt nach Baumart, alle anderen krautigen Pflanzenarten werden nicht berücksichtigt.

Für jede Baumart wird zusätzlich, getrennt nach Entwicklungsstadium, der Boden-Bedeckungsgrad innerhalb jeder Kreisfläche geschätzt, d.h. die Überschirmung einer jeden Baumart im Verhältnis zur Gesamtfläche der jeweiligen Kreisfläche.

Standortfaktoren

Die Lage der Stichprobenfläche im Gelände wird schematisch anhand einer Typologie des Reliefs in der lokalen, landschaftlichen Toposequenz eingeordnet und beschrieben. Dazu kommen ergänzende Informationen zur Exposition, Hangneigung und Geländehöhe. Im Fall eines Punktes vom Typ „Waldbestand“ wird eine Erhebung und Beschreibung des Bodenprofils durchgeführt. Dazu werden in einem Umkreis von 4,5 m um den Stichprobemittelpunkt Bodenproben zur späteren Analyse im Labor entnommen.

In der 18 m-Kreisfläche werden botanische Aufnahmen aller Gehölzpflanzen gemacht. Zusätzliche Holzarten, die ggfs. im erweiterten 30 m-Kreis auftauchen, werden ebenfalls aufgenommen.

Liegendes Totholz

In einem Probepunkt vom Typ „Waldbestand“ wird das auf dem Boden liegende, tote Holz aufgemessen. Dazu muss dieses Totholz allerdings wenigstens 3 Jahre lang am Boden gelegen haben und folgende Mindestmasse aufzeigen: 1 m-Länge mit mindestens 7 cm Durchmesser am Stammesende. Die folgenden Informationen werden zum liegenden Totholz in der 9 m-Kreisfläche aufgenommen: Baumart, mittlerer Durchmesser und Gesamtlänge, geschätzte Dauer der Lage am Boden.

Schnittstellen im Wald und Waldrand

Wenn ein Stichprobenpunkt vom Typ „Waldbestand“ mit einem Teil seiner 18 m-Kreisfläche auf einen anderen Bestandestyp oder auf eine Nicht-Waldfläche übergreift, wird der Mittelpunkt des Stichprobepunktes nach festgelegten Regeln so weit verschoben, bis die 18 m-Kreisfläche zu 100% dem bestimmenden Bestandestyp zugeordnet werden kann.

Falls die Ursache der Verlegung darin besteht, dass die 18 m-Kreisfläche einen Teil eines anderen Waldtyps beinhaltet, handelt es sich um einem sogenannten „Bestandesrand“ (auch: „Schnittstelle“ zwischen zwei Waldtypen).

Schnittstellen im Wald -

Zur Beschreibung einer Schnittstelle im Wald legt man zwei kreisförmige Satellitenflächen mit 10 m Radius fest. Die folgende Graphik illustriert das Fallbeispiel einer Schnittstelle zwischen einem Laubwald (bestimmender Bestand) und einem benachbarten Nadelholzbestand, und zeigt die beiden satellitenartig angelegten Kreisflächen, welche zur Beschreibung der Schnittstelle dienen.

Die Mittelpunkte dieser beiden Satelliten-Kreisflächen (r=10 m) befinden sich 20 m beidseitig eines Fixpunktes. Dieser Fixpunkt wird bestimmt durch den tangentialen Berührungspunkt (Schnittpunkt) der großen 18 m-Kreisfläche (nach ihrer evtl. Verschiebung) mit der Linie der Schnittstelle zwischen beiden Beständen. Im Fallbeispiel der Graphik müsste im Prinzip die 18 m-Kreisfläche auf den Knoten des Gitternetzes zentriert lokalisiert werden - ursprüngliche XY-Koordinate – als Probepunkt vom Typ „Wald“ – „Waldbestand“ – Variante „Laubwaldbestand“. Jedoch fällt ein Teil dieser 18 m-Kreisfläche in einen anderen Bestand vom Typ: „Wald“ – „Waldbestand“ – Variante „Nadelwaldbestand“. Dies bewirkt demnach die Verschiebung des ursprünglichen Probemittelpunktes – und dem zufolge seiner 18 m-Kreisfläche – bis letztere ausschließlich im Typ „Laubwaldbestand“ liegt. Dieser neue, versetzte Probenmittelpunkt wird mit den Koordinaten X’Y’ symbolisiert.

Ziel der an den Satelliten der Schnittstellen angefertigten Aufnahmen ist die Zählung der dort vorgefundenen Gehölzpflanzen, was eine Einschätzung der Biodiversität dieser Bereiche zwischen benachbarten Beständen im Wald ermöglicht. Der vorgefundene Schnittstellentyp wird dem jeweiligen Satelliten zugeordnet. Die Zählung der Gehölzpflanzen in den Satellitenflächen erfolgt getrennt nach Vegetationsschicht.

metho4

Waldrand -

Sofern die 18 m-Kreisfläche eines Stichprobenpunktes vom Typ „Waldbestand“ an eine nicht bewaldete Fläche angrenzt bzw. eine solche beinhaltet, entsteht eine Linie (Transekt) vom Typ „Waldrand’. Zur Beschreibung dieses Waldrandes benutzt man eine Technik, die auf der Installation eines Doppel-Transekten beruht.

Die folgende Graphik zeigt ein Beispiel von einem „Waldrand“, gelegen an der Grenze eines bestimmenden Nadelholzbestandes mit einer nichtbewaldeten Fläche. Man sieht hier die Position der beiden Transekten die zur Beschreibung des Waldrandes eingerichtet werden.

Im Prinzip muss die 18 m-Kreisfläche, zentriert auf die ursprüngliche XY-Koordinate, auf ihrer gesamten Fläche innerhalb des Probepunktes vom Typ: „Waldfläche“ – „Waldbestand“ – Nadelholzbestand“ - liegen. Im gezeigten Fallbeispiel jedoch greift sie teilweise auf eine Fläche vom Typ „nichtbewaldete Fläche“ über. Diese Tatsache hat die Verschiebung des ursprünglichen Probenmittelpunktes – und damit seiner 18 m-Kreisfläche zur Folge, bis die Fläche exklusiv im Typ „Nadelholzbestand“ liegt. Der neue, versetzte Probenmittelpunkt wird mit den Koordinaten X’Y’ symbolisiert. Die versetzte 18 m-Kreisfläche ist nun tangential zur Waldrandgrenze angeordnet.

Zu beiden Seiten des tangentialen Berührungspunktes (Schnittpunktes) werden entlang der Bestandesgrenze (Waldrand) zwei Transekt-Linien von maximal 25 m Länge im Gelände definiert. Folgende Informationen werden entlang eines jeden Transekts aufgenommen: Waldrandtyp, Struktur, Ausrichtung, Dichte, Verlauf der Waldrandlinie, usw. In einem nächsten Schritt wird die Artenzusammensetzung erhoben: für jede vorgefundene Art der Gehölzflora wird ihre Zugehörigkeit zur Vegetationsschicht sowie ihr Bedeckungsgrad bestimmt. Außerdem werden Informationen zur Topographie, Durchlässigkeit des Waldrandes sowie zu eventuellen anthropogenen Eingriffen notiert.

Im Anschluss an diese allgemeine Beschreibung der Transekte erfolgt eine weitere, tiefgreifendere Untersuchung der sogenannten dominanten Struktur des Waldrandes. Diese wird für jeden Transekt bestimmt und es werden folgende Aufnahmen an diesen dominanten Strukturen vorgenommen: Natur der verschiedenen Strukturelemente des Waldrandes (grasbedeckter Waldsaum, Sträucher, Waldmantel) und ihre Artenzusammensetzung, ihre Sequenz im Gelände sowie Messung ihrer mittleren Dimensionen.

XXX Graphik

Spezieller Probekreis

Ziel der Aufnahmen in diesem speziellen Probekreis mit 30 m Radius ist es, verlässliche Informationen zu liefern über die verschiedenen Funktionalitäten, die der Wald erfüllt bzw. über die natürlichen Biotopstrukturen (Felsen, Weiher, usw.), die im Wald vorhanden sind. Diese Daten ermöglichen eine sachliche Einschätzung der naturnahen und multifunktionalen Bewirtschaftung unserer Wälder sowie ihrer biologischen Vielfalt. Es geht ebenfalls darum, die weitere Umgebung des Stichprobepunktes zu charakterisieren und somit einzuschätzen, inwieweit sie sich von der des Stichprobemittelpunktes unterscheidet.

Zu diesem Zweck werden Informationen zu folgenden Themenbereichen gesammelt: biologische Vielfalt (absterbende Bäume, Spechthöhlen, Fels- und Fledermausbiotope, usw.), Eignung für Wild (Nahrungsangebot, Einschätzung der Wildverträglichkeit, usw.) und soziale Erholungsfunktion (Erholungsinfrastrukturen und spezielle Einrichtungen im Wald, usw.). Sämtliche anderen Waldbestände, die in diesem erweiterten 30 m-Kreis erscheinen, werden ebenfalls detailliert beschrieben.

Genauigkeit der Daten (statistische Fehlerberechnung)

Das Inventurverfahren, das hier beschrieben wurde, führt zu einer erheblichen Menge von Daten, die im Gelände erhoben wurden. Diese Informationen und Zahlen müssen anschließend bearbeitet, analysiert und kommentiert werden, um schlussendlich in Form von Resultaten veröffentlicht zu werden. Dieses Ziel ist allerdings nur dann erfüllt, wenn die Resultate mit einer statistischen Fehlerberechnung belegt werden können, sowohl in Bezug auf die Flächenberechnungen anhand der Anzahl von Probepunkten wie auch auf die verschiedenen messtechnischen Daten und Parameter.

Die Genauigkeit der Flächenberechnungen beruht nicht nur auf einer genauen Zählung der verschiedenen Probepunkte, sondern berücksichtigt ebenfalls die Formen der ausgewiesenen Flächen. Die verwendete Berechnungsformel beinhaltet sowohl geometrische als auch geographische Komponenten.

Was die Präzision der messtechnischen Daten und Merkmale betrifft, so setzt deren Fehlerberechnung die Kenntnis der Genauigkeit des Stichprobenverfahrens und der Genauigkeit der Messung bzw. Schätzung der einzelnen Merkmale, die erhoben wurden, voraus.



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