Biber und Forstwirtschaft: Konflikte und Lösungen
Im Sommerhalbjahr ernährt sich der Biber von Schilf, Rohrkolben, Brennnesseln, u.s.w.; im Winterhalbjahr eher von Zweigen von selbstgefällten Bäumen. Generell fällt der Biber nur Weichhölzer (Weiden und Zitterpappeln), welche in der Holzwirtschaft keine Rolle spielen, so dass auch auf dieser Ebene so gut wie kein Konflikt besteht.
Trotzdem kann es lokal zu punktuellen Problemen mit der Forstwirtschaft kommen. Dies passiert vor allem dann, wenn Biber durch ihre Aktivitäten am Wasser (Fällungen, Dammbau) Überschwemmungen provozieren. Dann kann schon mal ein im Auenbereich stehender Fichtenbestand mit überschwemmt werden und absterben. Nebenbei sei aber bemerkt, dass es unser aller Ziel sein sollte, in Auenbereichen die nicht standortgerechte Baumart Fichte herauszubekommen.

Des Weiteren kann es in seltenen Fällen passieren, dass der Biber Bäume, die ihm im direkten Auenbereich im Weg sind, ringelt, d.h. er schält die Rinde des Baumes bis zu einer Höhe von 50-60 cm ganz ab, so dass der Baum abstirbt. Dies passiert generell bei dickeren Bäumen, und vor allem bei Harthölzern.
Sind Pappelkulturen in der Nähe des Fliessgewässerns angepflanzt, so stellen diese einen Leckerbissen für den Biber dar und werden mit Sicherheit von ihm aufgesucht und teilweise gefällt. Im Ernstfall können stark gefährdete Bäume im Auenbereich aber relativ einfach und billig gegen Biber geschützt werden, indem ein Maschendraht bis zu einer Höhe von 1 Meter um den Stamm befestigt wird.
Der Biber beschränkt 99% seiner Aktivitäten auf einen Streifen von 10 m Breite entlang der Gewässer. Dadurch sind alle potentiellen Probleme mit diesem sympathischen Nager verhältnismässig einfach zu lösen. Schaffen wir es also, 5-10 Meter breite Streifen weniger intensiv zu nutzen und dort die standortgerechten Baumarten wachsen zu lassen, vor allem Weiden, dürfte der Biber keine Probleme mit dem Forstwirt, und der Forstwirt keine Probleme mit dem Biber haben.
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