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> home > Protection de la nature > Année Internationale de la Biodiversité > Naturschutz und Ökonomie im Einklang

Naturschutz und Ökonomie im Einklang

Vers le niveau supérieur

Ganzjährige Beweidungsprojekte als Modelle nachhaltiger Nutzung

Professor Dr. Rainer Luick als Gastredner

Im Rahmen des internationalen Tages der Biodiversität hatten das Umweltministerium und die Forstverwaltung am 22. Mai 2008 zu einer Vortragsveranstaltung im Centre Prince Henri in Walferdingen eingeladen, mit dem Thema „Extensive Beweidungssysteme als Instrument im Schutzgebietsmanagement“. Rund 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger, darunter auch Vertreter von Verwaltungen sowie Restaurantbetreiber, waren der Einladung gefolgt.

Das Grußwort von Schöffe Alain Weins machte deutlich, dass man in der Gemeinde Walferdingen zu diesem Thema bereits aktiv ist und in nächster Zeit ein Beweidungsprojekt beginnen wird, für das bereits einige Landwirte ihr Interesse zur Zusammenarbeit bekundet haben. Frank Wolff vom Umweltministerium sprach anlässlich des internationalen Tages der Biodiversität die große Bedeutung solcher Weidesysteme für die Artenvielfalt an.

Anschließend referierte Jean-Claude Kirpach, der Leiter der Naturschutzabteilung der Forstverwaltung, über die bereits seit einigen Jahren von seiner Abteilung initiierten Beweidungsprojekte in allen Teilen des Landes. Auf rund 800 ha weiden vor allem Robustrinder ganzjährig auf Standorten, die für eine konventionelle Landwirtschaft wenig rentabel sind, u.a. auch dadurch, dass eine maschinelle Unterhaltung dieser Flächen nicht möglich ist. In der Zukunft ist eine Ausweitung dieser Beweidungsprojekte geplant. Von großer Bedeutung ist die seit einigen Monaten erfolgreich begonnene Vermarktung des Fleisches. Lokale Restaurantbetreiber sowie solche aus der Hauptstadt haben die Vorzüge des Fleisches schätzen gelernt. In einer Wortmeldung äußerste sich Carlo Spelz, Betreiber eines Gourmet-Restaurants, extrem positiv über die Qualität des Fleisches.

Léon Wietor, Direktor der Ackerbauverwaltung, erklärte die aus seiner Sicht wichtigen Aspekte solcher Weidesysteme und signalisierte, dass die weitere Zusammenarbeit gewünscht wird. Es wurde deutlich gemacht, dass Beweidungsprojekte nicht in Konkurrenz zur Landwirtschaft in Luxemburg stehen. Dr. Arthur Besch (Veterinärverwaltung) beleuchtete kurz einige tiermedizinische Aspekte.

Der Hauptredner des Abends, Professor Dr. Rainer Luick, von der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg sprach über sinnvolle Strategien für den Naturschutz und nachhaltige Landnutzungsmodelle für benachteiligte Regionen. In seinem Vortrag nahm er die Zuhörer mit auf eine Reise durch ganz Europa und machte dabei deutlich, dass extensive Weidesysteme vielfältige Eigenschaften haben: Sie sind als Landnutzungs- und Pflegestrategie mit wenigen Akteuren großflächig wirksam. Sie sind ökonomisch und arbeitssozial sinnvoll. Sie produzieren hochwertige Lebensmittel mit interessanten Wertschöpfungspotenzialen. Sie schaffen Kulturlandschaften mit hoher Ästhetik, die auch von großer Wichtigkeit für die Naherholung sind. Sie liefern kulturlandschaftliche Traditionen und Biodiversität als Koppelprodukte. Bei der anschließenden Diskussion konnten alle Besucher Fragen stellen, bei denen Prof. Luick keine Antwort schuldig blieb. Den gesamten Vortrag von Professor Luick kann man sich hier herunterladen.

 

Speltz

Carlo Speltz,
Besitzer eines der Partnerrestaurants der Forstverwaltung,
lobte die Qualität des Fleisches aus ganzjähriger Beweidung
in höchsten Tönen.

Foto: Claudia Jaskowski

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