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Amphibien

Vers le niveau supérieur
Froschlurche
Anura

Scheibenzüngler
Discoglossidae

Kröten
Bufonidae

Laubfrösche
Hylidae

Echte Frösche
Ranidae





Geburtshelferkröte
Alytes obstetricans

Erdkröte
Bufo bufo

Laubfrosch
Hyla arborea

Grasfrosch
Rana temporaria

Gelbbauchunke
Bombina variegata

Kreuzkröte
Bufo calamita

Grünfrösche
Pelophylax lessonae
syn. Rana lessonae
Pelophylax "esculentus"
syn. Rana kl. esculenta


Salamander und Molche
Salamandriae

Feuersalamander
Salamandra salamandra

Bergmolch
Ichthyosaura alpestris
syn. Triturus alpestris

Teichmolch
Lissotriton vulgaris
syn. Triturus vulgaris

Fadenmolch
Lissotriton helveticus
syn. Triturus helveticus

Kammmolch
Triturus cristatus




 
Anura

 
Scheibenzüngler
Discoglossidae
 
 
Geburtshelferkröte
Alytes obstetricans (Laurenti, 1768)

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Lebensraum
Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landhabitat. Als Laichgewässer bevorzugt die Geburtshelferkröte offene, besonnte Gewässer, die sowohl vegetationsarm als auch vegetationsreich sein können. Als Landlebensraum nutzt sie die unmittelbare Umgebung des Laichgewässers und bevorzugt dabei Bereiche mit losem Gestein (alte unverfugte Mauern, Steinhaufen) und Böden in die sie sich leicht eingraben kann.

Die Überwinterung erfolgt an Land, an frostfreien Stellen wie Nagerbauten oder Gesteinsspalten. Die Geburtshelferkröte verbringt ihre gesamte Aktivitätsperiode in der Umgebung der Laichgewässer. Die Entfernung zwischen Landlebensraum und Laichgewässer beträgt oft weniger als 100 m.

Biologie und Lebensweise
Geburtshelferkröten sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber unter Steinen, Baumwurzeln, in alten Mauern oder graben sich in lockerem Substrat ein. Die Geburtshelferkröte zeichnet sich durch eine interessante und bei den einheimischen Amphibien einmalige Brutfürsorge aus: nach der Befruchtung der Eier durch das auf dem Weibchen sitzende Männchen, wickelt sich das Männchen die Laichschnüre um die Beine.

A8

In der Regel nimmt ein Männchen Eier von 2-3 verschiedenen Weibchen auf (bis zu 170 Eier) und trägt diese bis zum Schlupf der Kaulquappen mit sich herum (daher der Name Geburtshelferkröte). Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen den Kaulquappen zuerst Hinter- und dann Vorderbeine. Schlussendlich verlieren sie ihren Schwanz und verlassen ab August als 2-3 cm große Jungkröten die Gewässer. Regelmäßig kommt es vor, dass spät geschlüpfte Kaulquappen im Laichgewässer überwintern und sich erst im kommenden Früh-jahr in Jungkröten verwandeln. Geburtshelferkröten werden mit 2-3 Jahren geschlechtsreif und können ein Alter von mindestens 8 Jahren erreichen.

Nahrung
Geburtshelferkröten ernähren sich von Schnecken, Asseln, Würmern, Spinnen und Insekten.

Verbreitung in Luxemburg
Die Geburtshelferkröte ist in Luxemburg relativ häufig. Besonders weit verbreitet ist sie im Bereich des Luxemburger Sandsteins und in weiten Bereichen des Öslings wo leicht grabbare oder steini-ge Böden gute Versteckmöglichkeiten bieten. In den südlichen Landesteilen, wo schwere Böden vorherrschen (Lias im Südwesten, Keuper im Osten) kommt sie dagegen nicht vor.

Gefährdung
Die Geburtshelferkröte ist zurzeit in Luxemburg nicht gefährdet. Ihr Lebensraum wird jedoch durch die immer weiter zunehmende Zersiedlung der Landschaft (Wohngebiete, Industriezonen, Straßenbauprojekte) und die Intensivierung der Landwirtschaft (größere Betriebsflächen, Entfernung von Gehölzstrukturen, Einsatz von Pestiziden) beeinträchtigt. Gefährdet wird die Geburtshelferkröte auch durch das Aussetzen von Fischen in die Laichgewässer.

Besonderheiten
Die glockenähnlichen Rufe der Geburtshelferkröte (auch Glockenfrosch genannt) sind leise aber dennoch relativ weit hörbar. Sie ertönen von Mitte März bis August vor allem nach Einbruch der Dämmerung. Die Geburtshelferkröte wird in den Anhang IV der europäischen Habitatschutzdirektive (92/43/CEE) geführt.

 
 
 

Gelbbauchunke
Bombina variegata (Linnaeus, 1758)

Lebensraum
Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landhabitat. Die Laichgewässer der Gelbbauchunke liegen bevorzugt in der Nähe von Laubwaldgebieten. Dabei handelt es sich um kleine (< 25 m²), flache (< 40 cm tief), vegetationsfreie oder vegetationsarme, stark besonnte Stillgewässer (zum Beispiel wassergefüllte Fahrspuren auf Wegen). Als Landlebensraum nutzt die Gelbbauchunke die unmittelbare Umgebung des Laichgewässers.

A9

Erwachsene Unken wandern wenig und entfernen sich kaum mehr als einige hundert Meter von den Laichgewässern. Junge Unken legen jedoch weite Strecken zurück und ermöglichen somit die Ausbreitung und Neubesiedlung von Gewässern. Die Überwinterung erfolgt an Land, in frostfreien Nagerbauten, Erd- oder Felsspalten.
A10

Biologie und Lebensweise
Die Laichzeit der Gelbbauchunke erstreckt sich von Mai bis Anfang August. In diesem Zeitraum halten sich die Unken bevorzugt im oder in der Umgebung des Laichgewässers auf. Bei der Paarung umklammert das Männchen das Weibchen in der Lendengegend und befruchtet die Eier beim Austreten aus der weiblichen Kloake. Die insgesamt 120-170 Eier werden in Gruppen von 20-40 Eiern an in das Wasser hängende Vegetationsteile geheftet.

Aus den Eiern schlüpfen Kaulquappen. Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen ihnen zunächst Hinter- und dann Vorderbeine. Schlussendlich verlieren sie ihren Schwanz und verlassen ab etwa Mitte Juni als 12-16 mm große Jungunken das Laichgewässer. Gelbbauchunken werden meist mit 2 Jahren geschlechtsreif. In Gefangenschaft wurde ein maximales Alter von 27 Jahren erreicht.

Nahrung
Gelbbauchunken ernähren sich von Schnecken, Asseln, Würmern, Spinnen und Insekten.

Verbreitung in Luxemburg
Die Gelbbauchunke ist zurzeit in Luxemburg die seltenste Amphibienart. Sie kommt nur sehr lokal im äußersten Süden vor.

Gefährdung
Die Gelbbauchunke ist in Luxemburg vom Aussterben bedroht. In weiten Teilen ihres Verbrei-tungsgebietes werden ähnlich dramatische Bestandsrückgänge beobachtet. Als Ursache hierfür gelten neben der Zerstörung der Lebensräume (zum Beispiel Befestigung besonnter Wald- und Feldwege) auch Biozide, saure Niederschläge und Klimaveränderungen.

Besonderheiten
Bei Gefahr nimmt die Gelbbauchunke eine Haltung ein, die als Kahnstellung oder Unkenreflex bezeichnet wird: dabei wird die Wirbelsäule nach unten durchgebogen, Kopf und Hinterteil somit angehoben und die Gliedmaßen nach außen oben gedreht. Dadurch wird die gelb-schwarze Färbung der Unterseite sichtbar, die wie bei anderen Tierarten (zum Beispiel Wespen!) als Warnsignal dient. Die Gelbbauchunke wird in den Anhängen II und IV der europäischen Habitatschutzdirektive (92/43/CEE) geführt.

 
 

Kröten
Bufonidae

 

Erdkröte
Bufo bufo (Linnaeus, 1758)

Lebensraum
Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landha-bitat. Als Laichgewässer bevorzugt die Erdkröte größere und tiefere Gewässer wie Weiher und Teiche, die über ausreichend Strukturen (Vegetation, Äste) verfügen, an denen die Tiere ihre Laichschnüre befestigen können. Erdkröten sind extrem laichplatztreu und kehren jedes Jahr zum Laichen an das Gewässer zurück in dem sich ihre Larvenentwicklung vollzog.

 

A11

Erdkrötenkaulquappen enthalten Bitterstoffe, die sie für viele Tiere (zum Beispiel Fische) ungenießbar machen. Als weiteren Schutz gegenüber Feinden schließen sie sich zu riesigen Schwärmen zusammen. Diese Schutzmechanismen erlauben es der Erdkröte als einziger einheimischer Amphibienart auch in Gewässern mit hohem Fischbesatz große Populationen auszubilden. Bevorzugter Landlebensraum der Erdkröte sind Laubwälder. Daneben werden auch Hecken, Obstwiesen, Brachland sowie Gärten und Parks besiedelt. Auch die Überwinterung erfolgt fast immer an Land, in frostfreien Bodenverstecken. Von allen einheimischen Amphibienarten besitzt die Erdkröte den größten Jahres-lebensraum. Untersuchungen ergaben, dass sich die Männchen durchschnittlich 400 m und die Weibchen durchschnittlich 1.400 m vom Laichgewässer entfernen.

Biologie und Lebensweise
Die außerhalb der Laichperiode ausschließlich nachtaktiven Erdkröten verbergen sich tagsüber unter Steinen, Baumstubben oder in Erdlöchern. Die Laichzeit der Erdkröte erstreckt sich von Mitte März bis Mitte April. Bei der Paarung umklammert das Männchen das Weibchen in der Lendengegend und befruchtet die Eier beim Austreten aus der weiblichen Kloake.

A13
Da bei der Erdkröte 5-10 Mal mehr Männchen als Weibchen am Laichgeschehen teilnehmen, umklammern die Männchen auf der Suche nach den wenigen Weibchen alles was sich bewegt und teilweise „hängen“ bis zu 15 Männchen an einem Weibchen. Die 3.000-6.000 Eier werden in langen Schnüren (im Unterschied zu den Fröschen die Laichballen ablegen!) an der Wasservegetation oder an im Wasser liegenden Ästen befestigt.

A12

Aus den Eiern schlüpfen Kaulquappen. Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen ihnen zunächst Hinter- und dann Vorderbeine. Schlussendlich verlieren sie ihren Schwanz und verlassen ab etwa Mitte Juni als 8-12 mm große Jungkröten die Gewässer. Im Gegensatz zu den erwachsenen Tieren sind diese Jungkröten tagaktiv. Bei trocken-warmem Wetter sammeln sie sich im feuchten schattigen Uferbereich der Gewässer, um dann beim ersten Regen zu Tausenden und Abertausenden die Wanderung anzutreten. Dieses Phänomen wird im Volksmund als „Froschregen“ bezeichnet. Erwachsene Erdkröten sind nur während der Laichzeit im Gewässer zu finden. Diese ist sehr kurz und kann bei günstigen Wetterbedingungen innerhalb einer Woche abgeschlossen sein. Erst im Alter von 4-5 Jahren beteiligen sich die Jungkröten zum ersten Mal am Laichgeschehen. Das Höchstalter einer in Gefangenschaft gehaltenen Erdkröte betrug 36 Jahre.

 

Nahrung

Erdkröten ernähren sich von Schnecken, Würmern, Insekten und Spinnen. Die aus dem Laich geschlüpften Kaulquappen ernähren sich von Algen, Teilen höherer Pflanzen und tierischen Lebewesen.

 

Verbreitung in Luxemburg

Die Erdkröte kommt im ganzen Land vor.

 

Gefährdung
Von allen einheimischen Amphibienarten führt die Erdkröte zwischen Sommerlebensraum, Winterlebensraum und Laichgewässer die weitesten Wanderungen durch. Aus diesem Grund besteht für sie die größte Gefährdung in dem ständig wachsenden Straßenverkehr und den neuen Straßenbauprojekten, die den großen Landlebensraum dieser Art immer weiter zerschneiden. An mehreren Straßen wurden bereits Leitsysteme mit Tunnels errichtet um den Tieren ein gefahrloses Überqueren der oft viel befahrenen Strassen zu ermöglichen.

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Besonderheiten

Die Frühjahrswanderung der Erdkröten zu ihren Laichgewässern gehört zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen. Fast alle Tiere einer Population wandern gleichzeitig, wodurch es zu spektakulären Massenwanderungen kommt. Die Frühjahrswanderung wird dabei sowohl von meteorologischen als auch von populationsspezifischen Faktoren bestimmt. Die Wanderung erfolgt vor allem zwischen Einbruch der Dunkelheit und etwa 22.00 Uhr und wird ausgelöst durch hohe Lufttempe-raturen und Regen. Allerdings spielen auch andere Faktoren eine Rolle. So wird vermutet, dass die Geburtszeit einer Erdkröte, auf Grund einer Art von Zeitprägung, den Zeitpunkt ihrer Fortpflanzungsbereitschaft bestimmt. Die Wanderung wäre somit auf eine Sollzeit festgesetzt, die sich gegenüber den Witterungsbedingungen teilweise durchsetzen kann.

 

Kreuzkröte
Bufo calamita (Laurenti, 1768)

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Lebensraum
Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landhabitat. Die Kreuzkröte laicht bevorzugt in flache, stark besonnte und vegetationsarme Klein- und Kleinstgewässer (oft nur wenige Quadratmeter groß) die regelmäßig austrocknen.

Da sich die Kaulquappen sehr schnell entwickeln, sehr hohe Wassertemperaturen (bis über 40°C) und große Schwankungen der Wassertemperatur überleben, sind sie hervorragend an die Bedingungen angepasst, die in solchen Kleingewässern herrschen. Regelmäßig stirbt jedoch ein Teil der Kaulquappen weil die Gewässer zu schnell austrocknen. Als Landlebensraum nutzt die Kreuzkröte offenes, sonnenexponiertes, vegetationsarmes Gelände auf lockeren, sandigen Böden in die sie sich eingraben kann (Kies-, Sand- und Tongruben, Steinbrüche, Überschwemmungsflächen in Flussauen und Heidegebiete). Zur Überwinterung gräbt sich die Kreuzkröte, je nach Bodenstruktur und Strenge des Winters, 1-2 Meter tief ein.

Biologie und Lebensweise
Die nachtaktiven Kreuzkröten verbergen sich tagsüber unter Steinen, Baumstubben oder in Erdlöchern. Von den einheimischen Amphibienarten weist die Kreuzkröte die längste Laichzeit auf. Laichschnüre kann man von Mitte April bis Anfang August finden. Diese lange Laichzeit ermöglicht es der Kreuzkröte nach Regenfällen immer wieder neu entstandene Laichpfützen zu nutzen und somit die Kaulquappenverluste die durch das regelmäßige Austrocknen der Gewässer entstehen, zu kompensieren. Bei der Paarung umklammert das Männchen das Weibchen in der Lendengegend und befruchtet die Eier beim Austreten aus der weiblichen Kloake. Die 1.000-6.500 Eier wer-den in Schnüren (im Unterschied zu den Fröschen, die Laichballen ablegen!) frei auf den Gewässerboden abgelegt. Aus den Eiern schlüpfen Kaulquappen. Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen ihnen zunächst Hinter- und dann Vorderbeine. Schlussendlich verlieren sie ihren Schwanz und verlassen als Jungkröten die Gewässer. Die Kaulquappen der Kreuzkröte entwickeln sich sehr-schnell. In Abhängigkeit von der Wassertemperatur verlassen die 8-10 mm großen Jungkröten bereits nach 4-12 Wochen die Gewässer. Kreuzkröten werden nach 2-3 Jahren geschlechtsreif. Im Freiland wurde ein Höchstalter von 18 Jahren ermittelt.

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Nahrung

Kreuzkröten ernähren sich von Schnecken, Würmern, Insekten und Spinnen. Die Kaulquappen ernähren sich von Pflanzen, Kleinstlebewesen, Detritus und Aas.

 

Verbreitung in Luxemburg

Mit nur noch 2 aktuellen Vorkommen gehört die Kreuzkröte zu den seltensten Amphibienarten unseres Landes.

 

Gefährdung

Die Kreuzkröte ist in Luxemburg vom Aussterben bedroht. Die Population im Westen des Landes ist durch das fortschreitende Zuwachsen der Laichgewässer und des Landlebensraumes gefährdet. Die Population im Osten des Landes, die in einem sich noch in Betrieb befindlichen Steinbruch lebt, ist dagegen durch die intensive Nutzung dieses Steinbruchs gefährdet

 

Besonderheiten

Die Rufchöre der Kreuzkrötenmännchen gehören zu den lautesten der einheimischen Amphibien und sind zum Teil mehr als einen Kilometer weit hörbar. Die Kreuzkröte wird in Anhang IV der europäischen Habitatschutzdirektive (92/43/CEE) geführt.

 

Schutzprojekte

Zum Erhalt der beiden noch existierenden Kreuzkrötenpopulationen werden seit mehreren Jahren Schutzmaßnahmen durchgeführt. Dazu zählen insbesondere:

• Neuanlage kleiner flacher Laichgewässer
• Entfernung der Vegetation im Landlebensraum und in den Laichgewässern
• Überwachung der Populationen und des Fortpflanzungserfolges
• Sensibilisierung des Grundstückeigentümers (Population im Osten)

 
 

Laubfrösche
Hylidae

 

Laubfrosch
Hyla arborea (Linnaeus, 1758)

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Lebensraum
Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landhabitat. Als Laichgewässer bevorzugt der Laubfrosch pflanzenreiche, stark besonnte und warme Stillgewässer die fischfrei sind und Flachwasserbereiche aufweisen. Als Landlebensraum werden insektenreiche Säume, Brachen, Feuchtwiesen, Hecken oder Waldränder genutzt. Gemieden wird das Innere dichter Wälder sowie Ackerflächen.

Im Allgemeinen halten sich Laubfrösche auch während der Laichzeit nur nachts am Gewässer auf und wandern jeden Tag bis zu mehreren hundert Metern zwischen den Landhabitaten und dem Laichgewässer hin und her. Die Überwinterung erfolgt in frostfreien Quartieren an Land (Erdhöhlen, Steinspalten, Kompost- und Laubhaufen). Laubfrösche sind sehr wanderfreudig. Zwischen Laichgewässer, Sommer- und Winterquartier werden meist Entfernungen von einigen 100 m zurückgelegt, zur Besiedlung neuer Gewässer können aber Distanzen von mehr als 10 km überbrückt werden.

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Biologie und Lebensweise

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Laubfrösche sind hauptsächlich dämmerungs- und nachaktiv. Tagsüber schlafen sie meist versteckt in dichtem Gebüsch. Der Laubfrosch gehört zu den Arten die höhere Temperaturen zu ihrer Fortpflanzung benötigen und laicht hauptsächlich im Mai. Bei der Paarung umklammert das Männ-chen das Weibchen in der Lendengegend und befruchtet die Eier beim Austreten aus der weiblichen Kloake. Jedes Weibchen legt 2-10 Laichballen (2-3 cm groß) die jeweils bis zu 80 Eier enthalten.

Aus den Eiern schlüpfen Kaulquappen. Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen ihnen zunächst Hinter- und dann Vorderbeine. Schlussendlich verlieren sie ihren Schwanz und verlassen im Juli und August als 15-20 mm große Jungfrösche die Gewässer. Nach dem Verlassen des Gewässers halten sich die Jungfrösche meist noch eine Weile in dessen Nähe auf und können dann in großer Zahl in dichten Gras- oder Staudenbeständen gefunden werden. Laubfrösche werden in der Regel nach 2 Jahren geschlechtsreif und erreichen im Freiland selten mehr als 5 Jahre (im Terrarium wurden Tiere bis zu 22 Jahre alt).

 

Nahrung

Erwachsene Laubfrösche ernähren sich hauptsächlich von Insekten. Kaulquappen fressen Algen, weiche Pflanzenteile und Detritus.

 

Verbreitung in Luxemburg

Der Laubfrosch ist in Luxemburg sehr selten. Neben Einzeltieren im mittleren Westen existiert nur noch ein größeres Vorkommen im Südosten.

 

Gefährdung

Im Unterschied zu früher kommt es heute aufgrund der strengen gesetzlichen Bestimmungen nur noch selten zur Vernichtung von Laichgewässern. Eine wichtige Gefährdungsursache besteht zur-zeit jedoch in der Entwertung der Laichgewässer und der angrenzenden Landlebensräume durch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung bis an den unmittelbaren Gewässerrand. Erhebliche Probleme bereitet auch das Zuwachsen der Laichgewässer mit Rohrkolben, wodurch diese Ge-wässer als Lebensraum für den Laubfrosch nicht mehr geeignet sind. Auch das Aussetzen von Fischen in die Laichgewässer gefährdet den Laubfrosch. Auf der Roten Liste der Amphibien Lu-xemburgs wird er als „stark gefährdet“ eingestuft.

 

Schutzprojekte

Zum Erhalt der noch existierenden Laubfroschpopulationen werden seit mehreren Jahren Schutzmaßnahmen durchgeführt. Dazu zählen insbesondere:

• Neuanlage von Laichgewässern
• Pflege der bestehenden Laichgewässer, vor allem Entfernung zu dichter Rohrkolbenbestände
• Aufwertung der Landlebensräume durch Anlage von Brachflächen und Anpflanzung von Hecken
• Überwachung der Populationen und des Fortpflanzungserfolges

 

Besonderheiten

Dank seiner mit Haftballen versehenen Zehenspitzen kann der Laubfrosch, als einzige einheimische Froschart, auf Bäume und Sträucher klettern. Diese Fähigkeit dürfte zu seinem luxemburgischen Namen „Heckefräsch“ geführt haben. Zusammen mit der Kreuzkröte gehört der Laubfrosch zu den lautesten einheimischen Amphibienarten. Die Rufchöre der Männchen sind bei Windstille zum Teil mehr als einen Kilometer weit hörbar. Die Ruflautstärke der Männchen kann in 50 cm Entfernung bis zu 90 Dezibel betragen. Gerufen wird insbesondere an warmen, windstillen und trockenen Maiabenden. Der Laubfrosch wird in Anhang IV der europäischen Habitatschutzdirektive (92/43/CEE) geführt.
 
 

Grasfrosch
Rana temporaria (Linnaeus, 1758)

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Lebensraum

Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landhabitat. Als Laichgewässer nutzt der Grasfrosch ein weites Spektrum unterschiedlicher Gewässer. Neben stark beschatteten vegetationslosen Waldtümpeln besiedelt er auch besonnte pflanzenrei-che Wiesentümpel, Gräben, kleine Pfützen im Bereich überschwemmter Wiesen und sogar strö-mungsarme Flachwasserbereichen von Fließgewässern.

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Die Landlebensräume können bis zu 800 m vom Laichgewässer entfernt sein und sind durch ein Mindestmaß an Feuchtigkeit und Deckung (krautig-grasige Vegetation) geprägt. Waldränder, feuchte Waldlichtungen, Grünlandbrachen und Ruderalflächen mit Gehölzen, Hecken und Hochstaudenfluren werden bevorzugt. Erwachsene Grasfrosche überwintern hauptsächlich am Grund von Gewässern und nutzen dabei als einzige einheimische Amphibienart auch fließende Gewässer. Jungfrösche bevorzugen dagegen Winterquartiere an Land.

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Biologie und Lebensweise
Der Grasfrosch ist hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv und laicht sehr früh im Jahr. Die Laichzeit kann bereits Ende Februar beginnen, die Hauptlaichzeit fällt in den März. Bei der Paarung umklammert das Männchen das Weibchen in der Lendengegend und befruchtet die Eier beim Austreten aus der weiblichen Kloake. Jedes Weibchen legt normalerweise einen Laichballen der meist zwischen 1.000–2.500 Eier enthält. Die Eiablage erfolgt in ufernahe, 10-30 cm tiefe Flach-wasserbereiche oder in schwimmende Pflanzenbestände. Aus den Eiern schlüpfen Kaulquappen. Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen ihnen zunächst Hinter- und dann Vorderbeine. Schlussendlich verlieren sie ihren Schwanz und verlassen ab etwa Mitte Juni als 12-18 mm große Jungfrösche die Gewässer. Die erwachsenen Frösche sind nur während der Laichzeit im Gewässer zu finden. Die-se ist sehr kurz und kann bei günstigen Wetterbedingungen innerhalb einer Woche abgeschlossen sein. Grasfrösche werden in der Regel nach 2 Jahren geschlechtsreif und im Freiland selten älter als 10 Jahre (im Terrarium wurden Tiere bis zu 18 Jahre alt).

 

Nahrung

Grasfrösche ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Spinnen, Asseln und Schnecken. Kaulquappen fressen bevorzugt Algen.

 

Verbreitung in Luxemburg

Der Grasfrosch ist in Luxemburg weit verbreitet und kommt im ganzen Land vor.

 

Gefährdung

Als Amphibienart die relativ weite Wanderungen unternimmt, bedeuten der ständig wachsende Straßenverkehr und immer neue Straßenbauprojekte für den Grasfrosch ein große Gefahr. Eine weitere wichtige Gefährdungsursache besteht in der Entwertung der Laichgewässer und der an-grenzenden Landlebensräume durch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung bis an den unmittelbaren Gewässerrand. Da die Kaulquappen von Fischen gerne gefressen werden, kann auch ein Fischbesatz im Laichgewässser zum Verschwinden der Grasfroschpopulation führen.

 
 

 Grünfrösche
Pelophylax lessonae syn. Rana lessonae (Camerano, 1882)
Pelophylax "esculentus" syn. Rana kl. esculenta (Linnaeus, 1758)

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Lebensraum
Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landhabitat. Grünfrösche bevorzugen stark besonnte Gewässer mit gut ausgeprägter Wasservegetation. Besiedelt werden sowohl kleine Wiesentümpel wie auch größere Weiher, Seen oder Gewässer in ehemaligen Abbaugebieten. Vereinzelt kommen Grünfrösche auch in Stillwasserbereichen von Fließgewässern vor.

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Gemieden werden stark beschattete Gewässer und vegetationslose Fischteiche. Im Gegensatz zum Grasfrosch verbringen Grünfrösche den ganzen Sommer in unmittelbarer Nähe der Laichgewässer. Sie jagen und sonnen sich am Ufer oder in Wasserpflanzenbeständen und springen bei einer Störung ins Wasser. Die Überwinterung erfolgt sowohl an Land als auch im Wasser. Grünfrösche stellen sich an neu angelegten Gewässern sehr schnell ein, was die große Wanderfähigkeit vornehmlich jüngerer Tiere beweist.

 

Biologie und Lebensweise

Grünfrösche sind tag- und nachtaktiv. Die Laichzeit beginnt deutlich später als die des Grasfrosches und fällt in die Monate Mai-Juni. Die Grünfrösche bilden in den Laichgewässern Rufgemein-schaften. Die lauten und je nach Lage des Gewässers mehrere hundert Meter weit hörbaren Rufe sind im Mai-Juni zum Teil den ganzen Tag über zu hören, die Intensität ist jedoch in den Abendstunden am höchsten. Bei der Paarung umklammert das Männchen das Weibchen in der Lendengegend und befruchtet die Eier beim Austreten aus der weiblichen Kloake. Ein Weibchen legt mehrere Laichballen die insgesamt 600–10.000 Eier enthalten. Die Laichballen werden bevorzugt in pflanzenreiche Flachwasserbereiche abgelegt. Aus den Eiern schlüpfen Kaulquappen. Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen ihnen zunächst Hinter- und dann Vorderbeine. Schlussendlich verlieren die bis zu 8 cm großen Kaulquappen ihren Schwanz und verlassen ab Mitte Juli als 2-3 cm große Jungfrösche die Gewässer. Im Terrarium wurden Grünfrösche bis zu 14 Jahre alt.

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Nahrung

Grünfrösche ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Spinnen, Asseln, Würmern und Schnecken aber auch von den Larven anderer Amphibien und von kleinen Fischen. Kaulquappen fressen bevorzugt pflanzliches Material.

 

Verbreitung in Luxemburg

Grünfrösche sind im Gutland weit verbreitet. Im Ösling sind sie dagegen selten und kommen nur sehr lokal vor. Diese Seltenheit dürfte hauptsächlich auf das kühlere Klima zurückzuführen sein

 

Gefährdung

Grünfrösche sind in Luxemburg nicht akut gefährdet. Allerdings wird ihr Lebensraum durch die immer weiter zunehmende Zersiedlung der Landschaft (Wohngebiete, Industriezonen, Straßen-bauprojekte) und die Intensivierung der Landwirtschaft (größere Betriebsflächen, Entfernung von Gehölzstrukturen, Einsatz von Pestiziden) beeinträchtigt. Eine große Gefahr besteht auch durch das Aussetzen von Fischen in die Laichgewässer.

 

Besonderheiten

In Luxemburg kommen 2 Grünfrosch“arten“ vor: der Teichfrosch und der Kleine Wasserfrosch. Allerdings handelt es sich beim Teichfrosch nicht um eine richtige Art sondern um eine Kreuzung aus Seefrosch und Kleinem Wasserfrosch. Der Teichfrosch steht in allen Merkmalen zwischen dem Seefrosch und dem Kleinen Wasserfrosch. Die Bestimmung der Grünfrösche ist daher schwierig und durch äußere Merkmale allein nicht immer exakt möglich. Aus diesem Grund wurde hier nicht zwischen Kleinem Wasserfrosch und Teichfrosch unterschieden. Die beiden werden als Grünfrösche bezeichnet und gemeinsam behandelt. Der Kleine Wasserfrosch wird in Anhang IV der europäischen Habitatschutzdirektive (92/43/CEE) geführt.
 
 


 
 
 
 
Feuersalamander
Salamandra salamandra (Linnaeus, 1758)

Feuersalamander

Lebensraum
Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landhabitat. Als einzige einheimische Amphibienart laicht der Feuersalamander fast ausschließlich in Fließgewässern. Dabei bevorzugt er kleine (weniger als 1,5 m breit und weniger als 30 cm tief) quellnahe Gewässer in Laubwäldern, die eine gute Wasserqualität aufweisen und fischfrei sind. Ideal sind kaskadenähnliche Gewässer die eine Abfolge aus schnell strömenden Bereichen und kleinen Tümpel bilden. Auch als Landlebensraum bevorzugt der Feuersalamander feuchte, von Quellbächen durchflossene Laubwälder. Die offene landwirtschaftlich genutzte Landschaft und Nadelwälder meidet er. Feuersalamander überwintern in frostfreien Bodenverstecken mit hoher Luftfeuchtigkeit wie beispielsweise Felsspalten, Höhlen, Stollen oder Kellern und können dabei bis zu 120 m tief in die Stollen eindringen.

Biologie und Lebensweise
Feuersalamander sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich an feucht-kühlen Orten wie zum Beispiel unter Holz, Steinen oder in Erdlöchern. Die Art der Fortpflanzung unter-scheidet den Feuersalamander von allen anderen einheimischen Amphibienarten. Die Paarung erfolgt an Land und erst rund 10 Monate später setzt das Weibchen im Gewässer 20-40 weit entwickelte 2-3 cm große Larven ab, die während des Geburtsvorgangs aus den Eihüllen schlüpfen. Nach 3-4 Monaten verlassen die etwa 6 cm langen Jungsalamander das Wasser. Die Hauptlaichzeit fällt in Mitteleuropa in den Monat März. Spät geborene Larven und Larven in sehr kühlen Gewässern überwintern zum Teil im Gewässer und verwandeln sich erst im kommenden Frühjahr in Jungsalamander. Feuersalamander werden erst mit 6 Jahren geschlechtsreif und können ein erstaunlich hohes Alter erreichen. Im Terrarium sind über 50 Jahre und im Freiland mindestens 23 Jahre belegt.

Nahrung
Feuersalamander ernähren sich von Nacktschnecken, Asseln, Würmern und Insekten. Die Larven ernähren sich von Bachflohkrebsen, kleinen Insektenlarven, Wasserkäfern, zum Teil auch von Mu-schelkrebsen und Erbsenmuscheln.

Verbreitung in Luxemburg
Der Feuersalamander ist in Luxemburg insgesamt weit verbreitet, fehlt allerdings im Nordwesten des Landes sowie in weiten Bereichen des Südens und Südwestens. Hauptursache dieser Verbreitungslücken dürfte das Fehlen geeigneter Biotope sein. Während im Nordwesten des Landes größere Laubwälder fehlen, existieren im Süden und Südwesten des Landes aufgrund der ge-ringen Hangneigungen hauptsächlich schwach strömende und verschlammte Gewässer, die nicht den Biotopansprüchen der Feuersalamanderlarven entsprechen.

Gefährdung
Der Feuersalamander ist zurzeit in Luxemburg nicht gefährdet. Hauptgrund für die gute Bestands-situation ist der hohe Waldanteil Luxemburgs (34 % der Landesfläche) sowie der, im Vergleich zu den Nachbarländern, hohe Laubwaldanteil (61 %). Schwer einzuschätzen sind die Auswirkungen des Straßenverkehrs auf den Feuersalamander. Da es nicht (wie zum Beispiel bei der Erdkröte) zu Massenwanderungen kommt, fallen die Verluste durch den Straßenverkehr weniger auf. Überfahrene Tiere (meist Einzeltiere) werden jedoch immer wieder gefunden.

Besonderheiten
Erwachsene Feuersalamander haben kaum natürliche Feinde. Ein in zahlreichen Hautdrüsen ge-bildetes giftiges Sekret schützt sie wirksam vor Angriffen und das gelb-schwarze Farbmuster dient, wie bei anderen Tierarten (zum Beispiel Wespen!), als Warnsignal.

 
 

 
 

Bergmolch
Ichthyosaura alpestris syn. Triturus alpestris (Laurenti, 1768)

A3

Lebensraum

Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landhabitat. Als Laichgewässer nutzt der Bergmolch unterschiedliche stehende Gewässer. Neben schattigen, vegetationsarmen Waldtümpeln und wassergefüllten Wagenspuren werden auch stark besonnte Wiesentümpel, Wasserflächen in Abgrabungsbereichen oder Gartenteiche besiedelt. Gemieden werden völlig vegetationslose Gewässer und Fischteiche. Als Landhabitat nutzt der Bergmolch vor allem Wälder und deren Randbereiche. Die Überwinterung erfolgt in Erdlöchern, unter Totholz oder in Steinhaufen. Insgesamt entfernen sich Bergmolche selten weit vom Wasser (es wurden Wanderstrecken bis 600 m beobachtet).

 

Biologie und Lebensweise

Während des Landaufenthaltes sind Bergmolche vorwiegend nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich unter Holz, Steinen, in Nagerbauten oder im Wurzelbereich von Bäumen. Die Laichzeit beginnt Anfang März. Das vom Männchen abgesetzte Samenpacket wird vom Weibchen mit der Kloake aufgenommen. Die Befruchtung findet – anders als bei Fröschen und Kröten – im Inneren des Körpers statt. Die bis zu 250 Eier werden mit den Hintergliedmaßen einzeln in Wasserpflanzenblätter eingefaltet. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven atmen mit Hilfe großer Außenkiemen. Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen ihnen zuerst Vorderbeine und dann Hinterbeine. Ab Mitte Juli verlassen die 3-5 cm langen Jungmolche das Gewässer. Die erwachsenen Molche verlassen nach der Laichzeit (ab Mitte Mai) die Gewässer und wandern in den Landlebensraum. Berg-molche werden mit 2-3 Jahren geschlechtsreif und können, zumindest in Gefangenschaft, bis zu 32 Jahre alt werden.

 

Nahrung

Bergmolche ernähren sich von Nacktschnecken, Asseln, Würmern, Spinnen und Insekten. Zum Teil werden auch Kaulquappen anderer Amphibienarten erbeutet.

 

Verbreitung in Luxemburg

Nach dem Fadenmolch ist der Bergmolch in Luxemburg die zweithäufigste Molchart. Er kommt in allen Landesteilen vor.

 

Gefährdung

Der Bergmolch ist in Luxemburg noch weit verbreitet. Da Molchlarven von Fischen gerne gefres-sen werden, kann eine Molchpopulation durch Fischbesatz der Laichgewässer stark dezimiert werden. Auch die Verluste durch den Straßenverkehr können, je nach Lage der Gewässer, erheb-lich sein. Diese Verluste sind jedoch nur schwer abzuschätzen, da überfahrene Molche (im Ge-gensatz zu Erdkröten und Grasfröschen) aufgrund ihrer geringen Größe schwieriger zu finden sind.

Besonderheiten

Charakteristisch für Molche sind die Balzrituale, die im Frühjahr in klaren Flachwasserbereichen gut beobachtet werden können: Das Männchen schwimmt vor das Weibchen, legt den Schwanz nach vorn und führt damit vibrierende Bewegungen durch. Dadurch gelangen Duftstoffe in Richtung der Partnerin.

 
 

Teichmolch
Lissotriton vulgaris syn. Triturus vulgaris (Linnaeus, 1758)

 

Lebensraum

Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landhabitat. Der Teichmolch besiedelt gut besonnte, wasserpflanzenreiche Stillgewässer wie Weiher, Teiche, Altwässer und Tümpel und kann als charakteristische Art des Offenlandes gelten. Er meidet beschattete, kühle Waldgewässer und Fischteiche. Als Landlebensraum nutzt der Teichmolch Wälder, Gärten, Ruderalflächen, Grünland und Felder. Die Überwinterung erfolgt in Erdlöchern, unter Totholz oder in Steinhaufen. Zum Teil überwintern Teichmolche aber auch im Wasser. Insgesamt entfernen sie sich selten weit vom Wasser (es wurden Wanderstrecken bis zu 400 m beobachtet).

 

Biologie und Lebensweise

Während des Landaufenthaltes sind Teichmolche überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich meist nahe am Wasser unter Holz, Steinen, in Nagerbauten oder im Wurzelbereich von Bäumen. Die Laichzeit beginnt im März. Das vom Männchen abgesetzte Samenpacket wird vom Weibchen mit der Kloake aufgenommen. Die Befruchtung findet - anders als bei Fröschen und Kröten - im Inneren des Körpers statt. Die 100-300 Eier werden mit den Hintergliedmaßen einzeln in Wasserpflanzenblätter eingefaltet. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven atmen mit Hilfe großer Außenkiemen. Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen ihnen zuerst Vorderbeine und dann Hinterbeine. Ab Anfang Juli verlassen die 25-40 mm langen Jungmolche das Gewässer. Die erwachsenen Molche verlassen nach der Laichzeit (ab Ende Juni) die Gewässer und wandern in den Landlebensraum. Teichmolche können bis zu 20 Jahre alt werden.

 

Nahrung

Teichmolche ernähren sich von Nacktschnecken, Asseln, Würmern, Spinnen, Wasserflöhen und Insekten. Zum Teil werden auch Eier und Kaulquappen anderer Amphibienarten erbeutet.

 

Verbreitung in Luxemburg

Der Teichmolch ist deutlich seltener als Faden- und Bergmolch und kommt vor allem im Gutland vor. Das gesamte zentrale Ösling bleibt unbesiedelt; regional begrenzte Vorkommen gibt es nur auf der Hochfläche im äußersten Nordwesten.

 

Gefährdung

Im Unterschied zu früher kommt es heute aufgrund der strengen gesetzlichen Bestimmungen nur noch selten zur Vernichtung von Laichgewässern. Eine wichtige Gefährdungsursache besteht zurzeit jedoch in der Entwertung der Laichgewässer und der angrenzenden Landlebensräume durch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung bis an den unmittelbaren Gewässerrand. Auch das Aussetzen von Fischen oder Schildkröten in die Laichgewässer gefährdet den Teichmolch. Die Verluste durch den Straßenverkehr können, je nach Lage der Laichgewässer, erheblich sein. Diese Verluste sind jedoch nur schwer abzuschätzen, da überfahrene Molche (im Gegensatz zu Erdkröten und Grasfröschen) aufgrund ihrer geringen Größe schwieriger zu finden sind. Auf der Roten Liste der Amphibien Lu-xemburgs wird der Teichmolch als „beinahe gefährdet“ eingestuft.

 

Besonderheiten

Charakteristisch für Molche sind die Balzrituale, die im Frühjahr in klaren Flachwasserbereichen gut beobachtet werden können: Das Männchen schwimmt vor das Weibchen, legt den Schwanz nach vorn und führt damit vibrierende Bewegungen durch. Dadurch gelangen Duftstoffe in Richtung der Partnerin.

 
 
 

Fadenmolch
Lissotriton helveticus syn.Triturus helveticus (Razoumowsky, 1789)

A5

 

Lebensraum

Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landhabitat. Als Laichgewässer nutzt der Fadenmolch unterschiedliche Gewässer. Neben schattigen, vegetationsarmen, kühlen Waldtümpeln (und wassergefüllten Wagenspuren) werden auch stark besonnte Wiesentümpel, Wasserflächen in Abgrabungsbereichen oder Gartenteiche besiedelt. Gemieden werden völlig vegetationslose Gewässer und Fischteiche. Als Landhabitat nutzt der Fadenmolch vor allem Laubwälder und deren Randbereiche. Die Überwinterung erfolgt in Erdlöchern, unter Totholz oder in Steinhaufen. Insgesamt entfernen sich Fadenmolche selten weit vom Wasser (es wurden Wanderstrecken bis 400 m beobachtet).

 

Biologie und Lebensweise

Während des Landaufenthaltes sind Fadenmolche vorwiegend nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich unter Holz, Steinen, in Nagerbauten oder im Wurzelbereich von Bäumen. Die Laichzeit beginnt im März. Das vom Männchen abgesetzte Samenpacket wird vom Weibchen mit der Kloake aufgenommen. Die Befruchtung findet - anders als bei Fröschen und Kröten - im Inneren des Körpers statt. Die 300-450 Eier werden mit den Hintergliedmaßen einzeln in Wasserpflanzenblätter eingefaltet. Aus den Eiern schlüpfen Larven. Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen ihnen zuerst Vorderbeine und dann Hinterbeine. Ab Anfang Juli verlassen die 3-4 cm langen Jungmolche das Gewässer. Die erwachsenen Molche verlassen nach der Laichzeit (ab Juni) die Gewässer und wandern in den Landlebensraum. Fadenmolche werden mit 2-3 Jahren geschlechtsreif und kön-nen, zumindest in Gefangenschaft, bis zu 18 Jahre alt werden.

 

Nahrung

Fadenmolche ernähren sich von Nacktschnecken, Asseln, Würmern, Spinnen und Insekten. Zum Teil werden auch Kaulquappen anderer Amphibienarten erbeutet.

 

Verbreitung in Luxemburg

Der Fadenmolch ist in Luxemburg die häufigste Molchart und kommt in allen Landesteilen vor.

 

Gefährdung

Der Fadenmolch ist in Luxemburg noch weit verbreitet. Da Molchlarven von Fischen gerne gefres-sen werden, kann eine Molchpopulation stark dezimiert werden, wenn Fische in das Laichgewässer ausgesetzt werden. Auch die Verluste durch den Straßenverkehr können, je nach Lage des Gewässers, erheblich sein. Diese Verluste sind jedoch nur schwer abzuschätzen, da überfahrene Molche (im Gegensatz zu Erdkröten und Grasfröschen) aufgrund ihrer geringen Größe schwieriger zu finden sind.

 

Besonderheiten

Charakteristisch für Molche sind die Balzrituale, die im Frühjahr in klaren Flachwasserbereichen gut beobachtet werden können: Das Männchen schwimmt vor das Weibchen, legt den Schwanz nach vorn und führt damit vibrierende Bewegungen durch. Dadurch gelangen Duftstoffe in Richtung der Partnerin.

 
 
 

Kammmolch
Triturus cristatus (Laurenti, 1768)

A6

Lebensraum

Ein Amphibienlebensraum besteht aus dem Laichgewässer, dem Winterquartier und dem Landhabitat. Als Laichgewässer nutzt der Kammmolch stark besonnte und pflanzenreiche Stillgewässer wie Wiesentümpel, Weiher, Teiche oder Altwässer. Gemieden werden beschattete, kalte und saure Gewässer und Gewässer mit Fischen. Als Landlebensraum nutzt der Kammmolch die unmittelbare Umgebung des Laichgewässers, sodass sowohl offene Agrarlandschaften als auch Waldgebiete in Frage kommen. Die Überwinterung erfolgt sowohl an frostfreien Orten an Land (in Erdlöchern, unter Totholz oder Steinhaufen, in Kellern) als auch im Wasser. Die Sommer- und Winterquartiere des Kammmolches befinden sich in der Regel nur wenige bis einige hundert Meter von den Laichgewässern entfernt.

 

Biologie und Lebensweise

Kammmolche bleiben länger als die anderen Molche im Wasser und verlassen die Laichgewässer meist erst Mitte Juli. Während des Landaufenthaltes sind sie vorwiegend nachtaktiv und verste-cken sich tagsüber unter Holz, Steinen, in Nagerbauten oder im Wurzelbereich von Bäumen. Die Laichzeit beginnt etwa Ende März und kann bis Mitte Juli andauern. Das vom Männchen abgesetzte Samenpacket wird vom Weibchen mit der Kloake aufgenommen. Die Befruchtung findet - anders als bei Fröschen und Kröten - im Inneren des Körpers statt. Die 200-400 Eier werden mit den Hintergliedmaßen einzeln in Wasserpflanzenblätter eingefaltet. Aus den Eiern schlüpfen Larven. Im Laufe ihrer Entwicklung wachsen ihnen zuerst Vorderbeine und dann Hinterbeine. Ab August verlassen die 5-8 cm langen Jungmolche das Gewässer. Kammmolche werden mit 2-3 Jah-ren geschlechtsreif und können, zumindest in Gefangenschaft, bis zu 28 Jahre alt werden.

 

Nahrung

Kammmolche ernähren sich von Schnecken, Asseln, Würmern, Spinnen und Insekten. Zum Teil werden auch Kaulquappen, Molchlarven und kleine Fische erbeutet.

 

Verbreitung in Luxemburg

Der Kammmolch ist die seltenste der 4 einheimischen Molcharten. Er kommt in Luxemburg fast ausschließlich im Gutland vor und zeigt einen deutlichen Verbreitungsschwerpunkt im Süden und Südwesten des Landes. Im Ösling existieren nur im äußersten Nordwesten Einzelvorkommen.

 

Gefährdung

Im Unterschied zu früher kommt es heute aufgrund der strengen gesetzlichen Bestimmungen nur noch selten zur Vernichtung von Laichgewässern. Eine wichtige Gefährdungsursache besteht zurzeit jedoch in der Entwertung der Laichgewässer und der angrenzenden Landlebensräume durch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung bis an den unmittelbaren Gewässerrand. Auch das Aussetzen von Fischen in die Laichgewässer gefährdet den Kammmolch. Die Verluste durch den Straßenverkehr können, je nach Lage der Laichgewässer, erheblich sein. Diese Verluste sind aber nur schwer abzuschätzen, da überfahrene Molche (im Gegensatz zu Erdkröten und Grasfröschen) aufgrund ihrer geringen Größe kaum entdeckt werden. Auf der Roten Liste der Amphibien Luxemburgs wird der Kammmolch als „gefährdet“ eingestuft.

 

Besonderheiten

Mit einer Körperlänge von 12-16 cm ist der Kammmolch die größte der 4 einheimischen Molcharten. Charakteristisch für Molche sind die Balzrituale, die im Frühjahr in klaren Flachwasserbereichen gut beobachtet werden können: Das Männchen schwimmt vor das Weibchen, legt den Schwanz nach vorn und führt damit vibrierende Bewegungen durch. Dadurch gelangen Duftstoffe in Richtung der Partnerin. Der Kammmolch wird in den Anhängen II und IV der europäischen Habitatschutzdirektive (92/43/CEE) geführt.

 
Benutzte Literatur
Günther R. 1996. - Die Amphibien und Reptilien Deutschlands. Gustav Fischer Verlag Jena & Stuttgart, 825 S.
Nöllert A. & Nöllert C. 1992. - Die Amphibien Europas. Franckh-Kosmos Velags-GmbH & Co., Stuttgart, 382 S.
Proess R. (éd.) 2003. - Verbreitungsatlas der Amphibien des Großherzogtums Luxemburg. Ferrantia 37, Travaux scientifiques du Musée national d’histoire naturelle. 92 S


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